31.01.2019 Zurück zu: Aktuelle Infos

Neujahrsempfang

Am 18. Januar 2019 fand in der Goldbachhalle der traditionelle Neujahrsempfang statt.


Bürgermeister Ludwig Robold

Ehrenbürger Helmut Siegl

Zum traditionellen Neujahrsempfang waren in der Goldbachhalle rd. 300 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kirche, Bildung und Gemeinwesen geladen. 

Als Besonderheit stand heuer die Verleihung der Ehrenbürgerrechte an Herrn Helmut Siegl auf dem Programm. 

Hierzu erläuterte Bürgermeister Ludwig Robold die Bedeutung des Ehrenbürgerrechtes. Es gehe weit über das übliche Maß einer Auszeichnung hinaus. Es sei ein Zeichen der Anerkennung, wie es eine Kommune nicht ausdrucksvoller vergeben könnte und „ist die höchste Auszeichnung, die die Marktgemeinde Ergoldsbach vergeben kann.“ Bürgerrechte waren zu allen Zeiten ein besonderes Vorrecht und sind vom Bürgerstolz angetrieben historisch gewachsen. Sie erfahren ihre Krönung in der Verleihung der Ehrenbürgerwürde. Ehre mag zwar ein altmodischer Begriff sein, sagte Robold, „altmodisch ist aber nicht das, was hinter dem Begriff steht“. Etwas Besonderes ist auch, dass die Auszeichnung selten verliehen werde. 

Bürgermeister Ludwig Robold würdigte das Lebenswerk des Heimatforschers  und überreichte ihm die Urkunde zur Verleihung des Titels. Er merkte an, dass Siegl viele Stunden seiner Freizeit opferte, um mit den Bürgern über alte Geschichten sprechen zu können oder Exponate für das Heimatmuseum zu sammeln und zu dokumentieren. Sein angesammeltes Wissen habe man 2003 bei der 600 Jahrfeier der Marktgemeinde erleben können. Dank seines Einsatzes kann die Geschichte der Marktgemeinde nahezu lückenlos belegt werden. Anschließend trug sich Siegl ins Goldene Buch der Marktgemeinde ein.

In seiner Festrede ging der Bürgermeister auf die stetig wachsende Zahl der Erwerbstätigen ein. „Seit der Wiedervereinigung waren noch nie so viele in Brot und Arbeit“. Die finanzielle Entwicklung des Marktes bewege sich im erhofften Rahmen, daher sei es möglich, dass die Planvorhaben weitergehen können, ohne dass die Entwicklung des Marktes zurückstecken müsse. Als Bürgermeister habe er die Pflicht, zum Wohlergehen der Bürger zu handeln. Das erfordere es, die richtigen Ziele zu setzen und diese orientiert am Wohlergehen der Bürger umzusetzen. „Eine Kommune muss sich der schnelllebigen Zeit anpassen“, sagte Robold. Für die Marktgemeinde bedeute das, dass in den nächsten Jahren stärker in Infrastruktur wie die Sanierung des Kanalnetzes, den Hochwasserschutz und den Erhalt des Straßennetzes investiert werden müsse.

Das Blasorchester der Musikschule Ergoldsbach unter der Leitung von Frank Feulner stimmte mit abwechslungsreichem Potpourri ein Neujahrskonzert an. Als Solisten traten an der Klarinette Robert Houben und an der Trompete Wouter Boolhaare in Erscheinung. Der Gesang von Beate Summer wurde von ihrem Bruder Heinz am Flügel begleitet. Beate Summer musste kurzfristig für den eigentlich vorgesehenen Gesangsinterpreten Joseph Obermeier einspringen, da dieser kurz vor dem Neujahrskonzert erkrankte.

 An seinem Geburtstag hielt der stellvertretende Landrat Fritz Wittmann die Neujahrsansprache. So ein Empfang zu Beginn des Jahres sei die richtige Plattform, so Wittmann, um einmal die kommunalen Themen hinten anzustellen und sich mit grundsätzlichen Fragen der Wirtschaft und des sozialen Handelns auseinanderzusetzen.

Dabei gehe es ihm nicht darum, mit erhobenem Zeigefinger den Weltverbesserer zu spielen, sondern Strukturen zu hinterfragen und Diskussionen über wirtschaftliches Handeln anzustoßen.

Die Situation im 21. Jahrhundert sei davon geprägt, sagte Wittmann, dass die Ehrfurcht vor dem Leben und der Schöpfung sowie die Beziehung zwischen Mensch und Natur gestört seien: „Wir verhalten uns so, als dürften wir die uns geschenkte Natur bedenkenlos verbrauchen. Rohstoffe werden ausgebeutet, als könnten spätere Generationen ohne sie auskommen“, mahnte Wittmann.

Die Sorge um die Kapitalmärkte habe inzwischen in den Nachrichten einen weitaus höheren Stellenwert, als die Sorge um die eigene Lebensgrundlage, erklärte Wittmann. Auch der Mensch sei Teil der Schöpfung und dürfe den Schöpfungsbericht aus der Bibel – „Macht Euch die Erde untertan“ – nicht mehr länger als Aufforderung zur Ausbeutung des Planeten missbrauchen.

„Nein, ich habe heute keine humorvolle Rede mitgebracht“, sagte Pfarrer Jörg Gemkow, als er an das Rednerpult trat, um seine Grußworte für den Neujahrsempfang zu überbringen.  Gemkow wählte ein ernstes Thema und gab zu verstehen, dass es längst nicht mehr selbstverständlich sei, dass einem Geistlichen beim Neujahrsempfang das Wort erteilt werde. Die Kirche in Bayern sei noch wahrnehmbar, obwohl sie an gesellschaftlicher Bedeutung verliere. Etwa 600 000 Menschen haben 2017 bundesweit die beiden großen Kirchen verlassen. Angesichts der schwindenden Bedeutung komme dem Geistlichen die Kirche manchmal wie eine Werbeagentur vor, die das immer gleiche Produkt in jeweils angesagten modischen Verpackungen anpreise: „Da werden Starwars-Gottesdienste gefeiert, Kuschelgottesdienste, Gothic-Gottesdienste, ja auch erotische Gottesdienste oder eine Nacht der Liebe in einer Kirche mit rot angestrahltem Altar“. Diesen Bedeutungsverlust könne die Kirche auch mit solchen Verpackungskünsten nicht aufhalten, sagte Gemkow. „Wir brauchen eine demütige Kirche des Evangeliums, des Mitlebens, des aufeinander Hörens und des Handelns. Wir müssen die Kirchen als Räume erhalten, in denen wir bei uns und bei Gott ankommen können“. Dabei werde sich Gemkow für die „Stärkung der einen Kirche“ einsetzen. Die christliche Botschaft sei nicht evangelisch oder katholisch.

Nach dem Festakt waren die Gäste  eingeladen, im hinteren Teil der Halle noch einen gemütlichen Abend bei gutem Essen und angenehmen Gesprächen zu verbringen.


Eintrag Siegl ins Goldene Buch

Stellvertr. Landrat Fritz Wittmann

Pfarrer Jörg Gemkow

Blasorchester mit Frank Feulner

Heinz Summer

Beate Summer mit Wouter Boolhaare

Solist Robert Houben




 
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