Ein Ort mit bewegter Geschichte

Aufzeichnungen über Eingemeindung Martinshaun reichen ins 14. Jahrhundert zurück.

Der Name des Ortes Martinshaun ist ein Doppelname, bestehend aus Martin und Haun (auch Hawn oder Haunn geschrieben). Nach dem Schmeller-Wörterbuch ist Haun zu übersetzen als Schlag (Schlog, Waldstück, Gebiet, Fläche). Der Name Martin ist später an die Silbe Haun angeschrieben worden. Noch in den ersten urkundlichen Aufzeichnungen schreiben die Autoren von Haun und nicht von Martinshaun.

Die ersten bekannten Aufzeichnungen über den Ort, niedergeschrieben im Landshuter Urkundenbuch, gehen zurück bis zum 11.März 1345. Damals verfügte Kaiser Ludwig der Bayer, dass der Henker von Rottenburg nach Landshut versetzt wird. In dem Brief wurden auch die Orte erwähnt, die nicht mehr zum Gericht Rottenburg, sondern dem Gericht Landshut zugehörig seien. Dabei nannte der Kaiser auch Haun.

Eine zweite Urkunde berichtet von einem Kaufbrief vom 9.November 1386, in dem ein Wertinger von Haun als Kaufzeuge auftritt. Im 13. Jahrhundert und später wird auch in den bischöflichen Beleihungsurkunden von Erbhöfen, auf der Hauner Scheid geschrieben.

Über die Orte Martinshaun und Leonhardshaun sind jedoch nur sehr spärliche Aufzeichnungen zu finden. Von 1510 bis 1782 saßen auf der Hofmark Martinshaun Edle. Sie nannten sich die Edlen von Ginsheim auf Schwindach und Martinshaun. In der Kirche von Martinshaun steht noch heute ein Grabstein aus dieser Zeit, auf dem Ebenfalls der Name Martinshaun verzeichnet ist. 1579 wird auf der Landtafel (Landkarte) des Philip Apian Martinshaun und Leonhardshaun mit ihren Eigenkirchen gezeigt.

Bei der Gemeindebildung von 1818 wurde Martinshaun mit den Orten Hirnkofen, Kienoden, Leonhardshaun, Oberunsbach, Osterhaun, Reicherstetten und Unterunsbach zu einer Gemeinde im Bezirksamt Landshut zusammengelegt. Um 1898 umfasste die Gemeinde Martinshaun ein Gebiet von etwa 1250 Hektar sowie 67 Wohngebäude und 432 Einwohner. Bürgermeister war Thomas Eittenberger. Standesamtlich gehörte die Gemeinde Martinshaun nach Essenbach.

1949 wurden die Ortschaften Hirnkofen, Unterunsbach und Oberunsbach in die Gemeinde Essenbach eingegliedert. Nach der Gebietsreform von 1972 wurde die Gemeinde Martinshaun mit seinen Ortsteilen nach Ergoldsbach eingemeindet.

 
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